Von Wolle bis Holz: Bergausrüstung, regional gedacht und meisterhaft gemacht

Heute widmen wir uns „From Wool to Wood: Local Materials and Craftsmanship in Mountain Gear Design“ und erkunden, wie Schurwolle, Esche, Lärche, Leder, Leinen und Hanf zu robusten, reparierbaren Begleitern werden. Wir verbinden Werkstattgeschichten, Gelände-Tests und umsetzbare Bauideen, damit du spürst, wie nah hochwertige Performance und regionale Verantwortung zusammenliegen – und wie du selbst Teil dieser Bewegung wirst.

Wolle, die wärmt, selbst wenn sie nass ist

Schurwolle, insbesondere Merino und gewalkter Loden, isoliert auch in durchnässtem Zustand, weil gekräuselte Fasern Luft einschließen und Lanolin Feuchtigkeit abweist. Sie ist geruchshemmend, atmungsaktiv und angenehm auf der Haut. Richtig verarbeitet, entsteht ein Mikroklima, das Temperaturspitzen glättet und Überhitzung ebenso vermeidet wie Auskühlung beim Abstieg.

Holz, das Stöße dämpft und Kräfte führt

Esche, Lärche und Buche kombinieren ein hervorragendes Verhältnis von Steifigkeit zu Gewicht mit natürlicher Dämpfung. In Stöcken, Schneeschuhrahmen oder Rucksackleisten leitet Holz Vibrationen sanft ab, bleibt reparaturfreundlich und altert würdevoll. Dampfgebogene Elemente erlauben elegante Radien, die Belastungen elegant verteilen und die Handgelenke schonen.

Leder, Leinen und Hanf für robuste Details

Pflanzlich gegerbtes Leder widersteht Abrieb, hält Form und entwickelt mit der Zeit eine schützende Patina. Leinen und Hanf punkten durch Reißfestigkeit, geringe Dehnung und überraschende Wettertoleranz. Als Riemen, Verstärkungen oder Nähfäden eingesetzt, ergänzen sie Wolle und Holz sinnvoll und ermöglichen vollständig erdverbundene, langlebige Konstruktionen.

Handwerk, das Generationen verbindet

Zwischen Almen und Tälern lebt Wissen, das nie in Handbüchern stand: Wie fest man Loden walkt, wie lange Esche dämpfen muss, wann ein Sattlerstich perfekt schließt. Dieses Wissen entsteht aus Erfahrung, scheitert, lernt, verbessert – und schenkt Ausrüstung Charakter, der nicht kopierbar ist, weil jede Handbewegung Spuren von Sorgfalt hinterlässt.

Design für Höhe: leicht, wartbar, sinnvoll

Modularer Rucksack mit Holzleisten

Eine dünne Eschenleiste im Tragesystem stabilisiert die Last, verteilt sie über den Rücken und lässt Luftkanäle frei. Mit Schnürungen aus Hanf oder Leinen werden Taschen an- und abgeklipst. Reißt etwas, tauscht man nur das Element. Kein Kunststoffrahmen, keine verborgenen Clips – sichtbare, nachvollziehbare Konstruktion, die selbst bei Frost nicht bricht.

Austauschbare Wollfuttereinsätze

Eine dünne Eschenleiste im Tragesystem stabilisiert die Last, verteilt sie über den Rücken und lässt Luftkanäle frei. Mit Schnürungen aus Hanf oder Leinen werden Taschen an- und abgeklipst. Reißt etwas, tauscht man nur das Element. Kein Kunststoffrahmen, keine verborgenen Clips – sichtbare, nachvollziehbare Konstruktion, die selbst bei Frost nicht bricht.

Schrauben statt Nieten, Knoten statt Clips

Eine dünne Eschenleiste im Tragesystem stabilisiert die Last, verteilt sie über den Rücken und lässt Luftkanäle frei. Mit Schnürungen aus Hanf oder Leinen werden Taschen an- und abgeklipst. Reißt etwas, tauscht man nur das Element. Kein Kunststoffrahmen, keine verborgenen Clips – sichtbare, nachvollziehbare Konstruktion, die selbst bei Frost nicht bricht.

Nachhaltigkeit, die wirklich trägt

Wahre Verantwortung beginnt beim Ursprung: Schäfereien, die Wolle fair liefern; Forste, die Esche und Lärche mit Weitblick pflegen; Gerbereien, die pflanzlich arbeiten. Kurze Wege senken Emissionen messbar, Reparierbarkeit spart Ressourcen, und am Ende können Materialien in Kreisläufe zurückkehren. So entsteht Performance, die nicht auf Kosten der Berge erkauft wird.

CO₂-Bilanz regionaler Beschaffung

Jeder eingesparte Transportkilometer zählt: Wolle von der Nachbaralm, Holz aus dem Tal, Leder aus der nächsten Gerberei. Zahlen zeigen deutliche Reduktionen gegenüber globalen Lieferketten. Doch noch wichtiger ist Transparenz: Wer Ursprung kennt, kann Qualität prüfen, fair bezahlen und Feedback geben – ein Kreislauf, der Klima, Tiere, Wälder und Handwerker gleichermaßen respektiert.

Biologisch abbaubare Komponenten, die funktionieren

Wolle verrottet, Holz wird wieder Erde, Leinenfasern verschwinden ohne Mikroplastik. Entscheidend ist, Leistungsfähigkeit nicht zu opfern: Dichte Webarten, widerstandsfähige Walkprozesse, natürliche Imprägnierungen mit Wachs, Lanolin und Harzen liefern Schutz und Langlebigkeit. Wenn Teile doch ausfallen, bleibt kein Müllteppich zurück, sondern Material, das in natürliche Kreisläufe zurückfindet.

Lebenszyklus: Von der Alm zur Werkbank

Skizzieren wir den Weg: Schur im Frühjahr, Sortierung und Waschen, Spinnen, Stricken, Walken; parallel Holzeinschnitt im Winter, Lufttrocknung, Dampfbiegen; vegetabile Gerbung über Monate. Zusammengesetzt in kleinen Werkstätten entsteht Ausrüstung mit Herkunftsausweis. Am Ende wird repariert, weitergegeben, vielleicht zerlegt – und das Material lebt in neuen Projekten weiter.

Walkloden im Seitenwind

Bei 70 km/h Seitenwind blieb der dichte Loden spürbar windstabil, ohne Hitzestau zu erzeugen. Kondensfeuchte wanderte nach außen, trocknete trotz Nebel rasch an exponierten Kanten. Unter der Brusttasche sammelte sich kein Schweißsee, weil der Stoff Feuchte verteilte. Ergebnis: weniger Auskühlung bei Pausen, ruhiger Puls, bessere Konzentration am ausgesetzten Quergang.

Nasse Furten, warme Füße

Nach Flussquerungen saugten Wollfilz-Einlegesohlen Wasser auf, hielten jedoch spürbar warm. Innerhalb einer Stunde Gehen gaben sie Feuchte schrittweise ab, ohne Blasen zu fördern. Holzschalen der Schneeschuhe dämpften harte Kanten am Ufer. Lederriemen ließen sich mit Handschuhen nachspannen, blieben geschmeidig dank Wachsbehandlung – kleine Details, große Erleichterung.

Geschichten aus den Werkstätten der Berge

Hinter jedem Stück steht eine Person mit Geduld, Humor und rauen Händen. Ihre Entscheidungen prägen Leistung und Seele der Ausrüstung: Welche Faser, welcher Schliff, welches Finish? Diese Porträts zeigen, wie Nähe zum Material Mut macht, Neues zu wagen, ohne Bewährtes zu vergessen – und warum ein guter Fehler oft der beste Lehrer ist.

Mach mit: bauen, testen, teilen

Diese Reise lebt von Austausch. Wir stellen Baupläne, Stücklisten und Bezugsquellen bereit, sammeln Feedback von Touren, veröffentlichen Anpassungen und Fehlschläge. Melde dich für Werkstatttage, teste Prototypen auf deiner Lieblingsroute und teile Ergebnisse. So wächst eine offene Sammlung alpiner Lösungen, die zeigen, wie nah Sinn, Schönheit und Verlässlichkeit beieinanderliegen.

Zeig dein Set-up

Poste Fotos deiner wollgefütterten Jacke, der Eschenstöcke oder des Lederriemen-Umbaus. Erkläre, was gut funktioniert und wo du hängst. Wir spiegeln Erfahrungen, schlagen Alternativen vor und verknüpfen dich mit Handwerkerinnen in deiner Nähe. Jede Rückmeldung fließt in nächste Iterationen ein – gemeinsames Lernen, das sofort draußen spürbar wird.

Newsletter und offene Werkstatt

Abonniere Updates mit Bauanleitungen, Testberichten und Einladungen zu offenen Werkstatttagen. Dort lernst du Sattlerstiche, Dampfbiegen im Mini-Setup und das richtige Walken von Loden. Bring kaputte Ausrüstung mit: Wir reparieren zusammen, dokumentieren Schritte und veröffentlichen Anleitungen, damit das Gelernte auch andernorts Werkbänke und Rucksäcke erreicht.

Wahl des nächsten Gemeinschaftsprojekts

Stimme ab, ob wir als Nächstes einen modularen Rucksack mit Eschenleiste, ultrarobuste Wollfäustlinge mit austauschbarem Futter oder leise Schneeschuhe aus Lamellenholz entwickeln. Wir legen Ziele offen, teilen Messkriterien und iterieren öffentlich. So bleibt sichtbar, wie Entscheidungen entstehen – und du bestimmst mit, woran wir feilen, testen und verfeinern.

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